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Teilen Michael Verhoeven einmal mehr ausgezeichnet
Diesmal in Providence und in München

MICHAEL VERHOEVENS Film „The Second Execution of Romell Broom“ (deutscher Titel: „Die zweite Hinrichtung – Amerika und die Todesstrafe“) ist beim 2012 Flickers: Rhode Island International Film Festival in Providence/USA mit dem „First Prize for Best Documentary“ ausgezeichnet worden. In dem aufrüttelnden Dokumentarfilm erzählt Verhoeven vom Schicksal des seit mehr als 25 Jahren in einer Todeszelle sitzenden Romell Broom, an dem bereits ein Hinrichtungsversuch gescheitert war, weil keine Venen zum Setzen einer Giftspritze gefunden werden konnten. Da der Regisseur keine Erlaubnis zu Filmaufnahmen erhielt, setzte er u.a. Aufnahmen von Telefongesprächen mit dem Deliquenten ein. In Deutschland ist “Die zweite Hinrichtung” bisher nur im III. Programm des WDR zu sehen gewesen.

Eine der wichtigsten Auszeichnungen des Münchner Filmfests ist der BERNHARD-WICKI-PREIS “Die Brücke”, der Friedenspreis des Deutschen Films.Den Ehrenpreis erhielt 2012 MICHAEL VERHOEVEN. Die Laudatio bei der festlichen Verleihung im Cuvillièstheater hielt Kulturstaatsminister Bernd Neumann. Er führte zum Lebenswerk des Preisträgers aus: “Wer einen Blick wirft auf Michael Verhoevens eindrucksvolle Regie-Filmografie, der kann schnell feststellen, dass er es ernst mit dieser Selbstverpflichtung meint. In gewisser Weise gleichen die rund 50 Filme, die er bislang realisiert hat, einer cineastischen Chronik, bei deren Durchstöbern man fast allen wichtigen gesellschaftlichen Debatten der jeweiligen Entstehungszeit begegnen kann. Das Bemerkenswerte dabei ist – und diese Tatsache lässt sich für einen politischen Künstler nicht stark genug herausstellen –, dass all diese Filme die thematischen Diskurse nicht nur als filmische Reflexe dokumentiert und nachgezeichnet haben, sondern sie oft ganz maßgeblich mitgeprägt und teilweise sogar erst initiiert haben. (...) Meist nämlich war das Skandalöse, das Unerhörte an seinen Filmen heilsam, da ihre thematische Brisanz auf schwelende soziale Konfliktherde und unbewältigte gesellschaftliche Traumata verwies.”

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